DKI Blitzumfrage: Wegfall des Rechnungszuschlages
Hintergrund
Zum 31. Oktober 2026 läuft der auf ein Jahr befristete Rechnungszuschlag für Krankenhäuser in Höhe von 3,25 Prozent aus. Insgesamt umfasste der Rechnungszuschlag ein Volumen in Höhe von 4 Milliarden Euro. Um das Auslaufen des Rechnungszuschlages zumindest teilweise zu kompensieren, plant die Bundesregierung einen neuen deutlich reduzierten Zuschlag.
Methode
Repräsentative Blitzumfrage, an der sich bundesweit 267 Krankenhäuser beteiligten.
Ergebnisse
Die deutliche Absenkung des Zuschlages wird die wirtschaftliche Situation in 76 % der Krankenhäuser sehr stark belasten. In 23 % wird die wirtschaftliche Situation eher stark beeinträchtigt werden. Für lediglich 1 % der Häuser werden die Auswirkungen weniger stark sein. Besonders betroffen von dem Wegfall des bisherigen Rechnungszuschlags sind vor allem die Krankenhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen . 85 % der dort liegenden Häuser gehen von sehr starken Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation aus.
70 % der Krankenhäuser können den Wegfall der bisherigen Regelungen des Rechnungszuschlags nicht aus eigener Kraft kompensieren. Bei weiteren 26 % wird dies wohl nur teilweise gelingen. Lediglich 4 % sehen kein Problem bei der Kompensation. Insbesondere die Krankenhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen sehen keine Kompensationsmöglichkeit. 93 % gaben an, dass sie den Wegfall nicht und 7 % nur teilweise ausgleichen können.
Die Krankenhäuser sehen sich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation veranlasst, auf den faktischen Wegfall des Rechnungszuschlags zu reagieren. Es kristallisieren sich 3 Reaktionen heraus: drei Viertel der Häuser planen einen Einstellungsstopp bzw. eine Nichtbesetzung freier Stellen. Fast zwei Drittel müssen Investitionen verschieben oder streichen. Mehr als die Hälfte der Häuser erwartet einen Personalabbau als Reaktion auf den faktischen Wegfall des Rechnungszuschlags.
Der Wegfall des Rechnungszuschlags in der jetzigen Höhe erhöht bei etwa einem Viertel der Krankenhäuser das Risiko einer wirtschaftlich bedingten Schließung oder Insolvenz innerhalb der nächsten sechs Monate.
Fazit
Die deutliche Reduzierung des Rechnungszuschlages stellt die überwiegende Mehrheit der Krankenhäuser vor große wirtschaftliche Probleme. Eine Kompensation der wegfallenden Finanzierung aus eigener Kraft ist den meisten Krankenhäusern nicht möglich. Als Reaktion bleibt den meisten Krankenhäusern nur ein Einstellungsstopp oder ein Personalabbau sowie die Verschiebung und Streichung von Investitionen.
Projektleitung