Geburtshilfe im Krankenhaus: Zunehmende Konzentration und schlechte wirtschaftliche Lage
Während im Jahr 2000 noch in mehr als der Hälfte der Krankenhäuser (52,3 %) Frauen entbunden wurden, reduzierte sich der Anteil der Kliniken mit Entbindungen im Jahr 2024 auf 39,1 % aller Allgemeinkrankenhäuser. Zeitgleich steigerte sich die durchschnittliche Anzahl von Entbindungen je Krankenhaus im Zeitraum von 2000 bis 2024 von 712 auf 1.133 und da-mit um fast 60 %. Es erfolgte also eine Konzentration der Geburten auf größere Krankenhäuser.
Drei Viertel der Krankenhäuser ging für das Jahr 2025 von Kosten aus, die die Erlöse der geburtshilflichen Fachabteilungen übersteigen. Dies setzt den seit Erfassung der wirtschaftlichen Lage der Geburtshilfe des DKIs im Jahr 2013 zu beobachtenden negativen Trend fort. Betroffen von dieser negativen Entwicklung sind vor allem Krankenhäuser mit unter 300 Betten. Bei 79 % dieser Häuser liegen die Kosten über den Erlösen.
Nahezu alle Krankenhäuser haben in den letzten Jahren in der Geburtshilfe verschiedene Veränderungen bei ihrer Patientenklientel wahrgenommen. Dies sind vor allem ein höheres Alter, ein hoher Body-Mass-Index und ein erhöhter psychosozialer Unterstützungsbedarf. Dahingegen hat das Wissen über die Geburt oder über die Säuglingspflege aus Sicht der Kliniken kaum zugenommen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Versorgung der (werdenden) Mütter in den letzten Jahren für die Krankenhäuser aufwändiger geworden ist.
Dies sind Ergebnisse, die das Deutsche Krankenhausinstitut e. V. (DKI) im Kompendium Geburtshilfe veröffentlicht. Das Kompendium zeigt die aktuellen Entwicklungen der geburtshilflichen Fachabteilungen auf, nimmt eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Situation vor und verdeutlicht die zukünftigen Perspektiven dieser Fachabteilung. Dazu wurden Sekundärdaten ausgewertet sowie eine Primärerhebung bei allen bundesweiten Krankenhäusern mit geburtshilflichen Fachabteilungen durchgeführt.
Für die PDF-Datei mit den kompletten Ergebnissen klicken Sie bitte → hier