Investitionsnotstand deutscher Krankenhäuser

Drei von vier Kliniken betroffen

Nur noch rund ein Viertel aller Kliniken in Deutschland ist in der Lage, die notwendigen Investitionen für patientenorientierte Vorsorge, Fürsorge und Heilung zu tätigen. Während der entsprechende Handlungsbedarf stetig zunimmt, schrumpft die tatsächliche Investitionsfähigkeit der rund 2.000 Häuser in Deutschland weiter.

Nur noch rund ein Viertel aller Kliniken in Deutschland ist in der Lage, die notwendigen Investitionen für patientenorientierte Vorsorge, Fürsorge und Heilung zu tätigen. Während der entsprechende Handlungsbedarf stetig zunimmt, schrumpft die tatsächliche Investitionsfähigkeit der rund 2.000 Häuser in Deutschland weiter. Die wesentliche Ursache hierfür ist, dass die Bundesländer aus den unterschiedlichsten Gründen ihrer Verpflichtung immer weniger nachkommen, eine ausreichende Finanzierung der Krankenhäuser sicherzustellen. Diese unzureichende Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser ist der Hauptgrund, warum seit mehr als 10 Jahren zwischen 30 % und 50 % der deutschen Krankenhäuser Verluste schreiben. Zu diesem dramatischen Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI).

Seit dem Jahr 2000 sind die staatlichen Fördermittel für Krankenhäuser um real 25 % auf rund 2,7 Milliarden Euro pro Jahr gesunken. „Aktuell stammt nur noch jeder zweite Euro für Investitionen aus öffentlicher Hand, die Finanzierungslücke bei den Krankenhäusern wird immer größer“, so Parwäz Rafiqpoor, Vorstand bei BDO. Allein für die kommenden fünf Jahre steigt der Investitionsbedarf der deutschen Krankenhäuser aber weiter auf rund 7 Milliarden Euro jährlich. Dies hat gravierende Folgewirkungen: Nicht nur, dass fast die Hälfte der Krankenhäuser Verluste schreibt. Aufgrund der wirtschaftlichen Schieflage werden auch viele - teils deutlich überfällige - Investitionen aufgeschoben. „In der Konsequenz führt das zu Überalterung und Substanzverlusten bei der baulich-technischen Infrastruktur und damit zu einer möglichen Verschlechterung der Patientenversorgung. Hier besteht also dringender Handlungsbedarf“, resümiert Dr. Andreas Weigand, Vorstand des DKI. „Ohne innovative und unkonventionelle Lösungen unter Mitwirkung aller Beteiligten wird sich die Lage zulasten der Bevölkerung weiter verschärfen.“

Das in der vergangenen Woche im Bundestag beschlossene Krankenhaus-Strukturgesetz (KHSG) geht das Thema der Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser nicht an. Damit wird, wie schon bei vielen Krankenhausreformen zuvor, ein für die Zukunft deutscher Krankenhäuser essentielles Thema ausgeblendet.

Für die Studie Investitionsfähigkeit der deutschen Krankenhäuser der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und des DKI wurde eine repräsentative Auswahl an Krankenhausverantwortlichen befragt. Die vollständige Fassung der Studie finden Sie zum kostenlosen Download auf den Internetseiten von BDO (www.bdo.de) und DKI (www.dki.de).

Lars Kocherscheid-Dahm Tel.: +49 40 30293-552
Referent Unternehmenskommunikation BDO presse@bdo.de

BDO zählt mit über 1.900 Mitarbeitern an 24 Standorten zu den führenden Gesellschaften für Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, Steuerberatung und wirtschaftsrechtliche Beratung sowie Advisory Services in Deutschland. Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist Gründungsmitglied des internationalen BDO Netzwerks (1963), das mit knapp 60.000 Mitarbeitern in 152 Ländern vertreten ist.

Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) ist führend in den Bereichen Forschung, Beratung und Qualifikation im Krankenhaus- und Gesundheitswesen tätig. Den Schwerpunkt der Forschungstätigkeiten des DKI bildet Auftragsforschung für Ministerien, Verbände, Krankenhäuser und sonstige Institutionen des Gesundheitswesens. Träger des DKI sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VIK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD).

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