Abgeschlossenes Projekt

Nationale Demenzstrategie im Krankenhaus

Beginn: Oktober 2021
Ende: Juli 2022

Hintergrund

Die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung von Patient:innen mit kognitiven Störungen oder einer dementiellen (Neben-)Diagnose zu verbessern. Vor diesem Hintergrund sollte die aktuelle Situation und die Umsetzung von Maßnahmen zur Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im stationären Kontext erfasst werden.


Methode

 

An der repräsentativen Krankenhausbefragung haben sich bundesweit 439 Krankenhäuser beteiligt. Davon waren 85,5 % Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten und 14,5 % psychiatrische und psychosomatische Fachkrankenhäuser.
 

Die Krankenhäuser wurden zum Umsetzungsstand der Nationalen Demenzstrategie in zentralen Themenfeldern befragt: Wissensaufbau, Sensibilisierung und Vernetzung, Erkennen und Behandeln von Deliren und Demenzen, Begleitung und Angehörigenarbeit, Umgebungsgestaltung, Menschen mit Demenz in der Notaufnahme, Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kooperation.

 

 


Ergebnisse

Positiv hervorzuheben sind unter anderem die Angebote zur Fortbildung des Personals, der standardmäßige Einsatz von Kurzscreenings und die Einbindung von Bezugspersonen in den Behandlungsprozess. Darüber hinaus legen viele Krankenhäuser Wert auf eine demenzsensible Umgebungsgestaltung: So werden kognitive Einschränkungen bei der Planung der Zimmerbelegung berücksichtigt und Orientierungshilfen angebracht. Im Entlassmanagement werden Rehabilitationsindikatoren auch für Menschen mit der Nebendiagnose Demenz standardmäßig überprüft und die Weiterversorgung der Patient:innen mit dem Sozialdienst geplant.

Verbesserungspotenziale zur Anpassung der Behandlungspfade an die besonderen Bedürfnisse der eingeschränkten Patient:innen bestehen vor allen noch bei einer geringeren Taktung von Untersuchungen, besonderen Aktivierungs- und Beschäftigungsangeboten, bei Prozessen im Delirmanagement und im Fortbildungsangebot für ehrenamtliche Helfer:innen.


Fazit

Die Ergebnisse zeigen, dass grundlegende Anforderungen der Bundesregierung aus der Nationalen Demenzstrategie in den deutschen Krankenhäusern umgesetzt sind. In der Verbreitung und Durchdringung demenzsensibler Maßnahmen bestehen vielerorts aber noch Verbesserungspotenziale. Dabei darf der vorherrschende Fachkräftemangel jedoch nicht außer Acht gelassen werden, denn die erfolgreiche Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen im stationären Bereich ist maßgeblich von den verfügbaren personellen Ressourcen abhängig.


Weitere Informationen finden Sie hier in unserem PDF.

Gefördert durch:
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)

Projektleitung

Melanie Filser
Senior Research Managerin