Effizienz und Effektivität von Joint Care

Beginn: November 2010

Ende: Dezember 2011

Abgeschlossenes Projekt

Auftraggeber:

Biomet Deutschland GmbH - www.biomet.de

Bearbeiter:

Dr. Petra Steffen (Deutsches Krankenhausinstitut)


Hintergrund

Das Joint Care Konzept von Biomet ist ein Programm zur nachhaltigen Optimierung der medizinischen Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Behandlung von Hüft- und Kniegelenkersatzpatienten. Neben Endoprothesen für den Gelenkersatz, Knochenzementen und Biomaterialien entwickelt Biomet Konzepte für eine ganzheitliche, medizinisch optimale und kostenbewusste Gesundheitsbetreuung. Das Konzept umfasst verschiedene Aspekte und Grundprinzipien, z. B. Patientenschulung, standardisierte Behandlungsabläufe, Gruppendynamik, frühe Mobilisierung, Joint Care Wohnzimmer und / oder eine Joint Care Managerin.


Methode

Es wurden vier Krankenhäuser in die Studie einbezogen (drei Häuser mit langjähriger Erfahrung; ein Haus in der Implementierungsphase). Mittels strukturierter Interviews wurden verschiedene am Behandlungsprozess beteiligte Krankenhausmitarbeiter zu den Veränderungen durch die Programmeinführung, der Akzeptanz sowie die Übertragbarkeit befragt. Ergänzend wurden mit Hilfe von Sekundärdaten die Auswirkungen der Implementierung des Konzepts auf die Ergebnisqualität, die Verweildauer und die Kosten der Leistungserbringung analysiert.


Ergebnisse

Aus Sicht der Mitarbeiter wurden durch die Einführung des Joint Care Programms eine Vielzahl von meist positiv bewerteten, insbesondere organisatorischen Veränderungen im Krankenhausalltag umgesetzt, von denen alle Beteiligten profitieren würden. Die Akzeptanz des Konzepts ist bei den befragten Mitarbeitern sehr hoch und es wurden kaum Verbesserungsvorschläge am Programm selbst genannt. Dennoch lassen sich einige programmübergreifende Verbesserungspotenziale, wie z. B. das Daten- oder Informationsmanagement, identifizieren.

Die Übertragbarkeit auf andere Indikationen wird von den Mitarbeitern ebenfalls hoch eingeschätzt. Erste Ausstrahlungseffekte auf Standardpatienten oder andere Indikationen zeigten sich bereits.

Auf quantitativer Basis (Sekundärdatenanalyse) konnten aufgrund einer mangelnden Datenbasis keine systematischen Effekte oder Auswirkungen der Programmeinführung nachgewiesen werden.


Fazit

Systempartnerschaften zwischen Krankenhäusern und Industrie, wie am Beispiel des Joint Care Programms, wurden von den Krankenhausmitarbeitern vor dem Hintergrund ihrer guten Erfahrungen positiv bewertet. Diese können insbesondere dann zum Erfolg führen, wenn zentrale Kernelemente (z. B. erwiesener Nutzen für beide Partner, klare Aufgabenteilung) erfüllt werden.

Der Nutzen für beide Partner kann insbesondere durch gezielte Datenanalysen nachgewiesen werden. Das Thema Datenmanagement bietet daher neben anderen Aspekten gute Möglichkeiten, das ansonsten in sich stimmige Programm zu optimieren. Hier hat Biomet mit der (Weiter)Entwicklung bzw. Ergänzung des Joint Care Programms durch das Rapid Recovery Programm bereits einen wichtigen Grundstein gelegt.


Weitere Informationen finden Sie hier in unserem PDF.

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