Abgeschlossenes Projekt

DKI Blitzumfrage: Aktuelle Probleme in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen

Beginn: Dezember 2022
Ende: Dezember 2022

Hintergrund

Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus stehen aktuell im Brennpunkt der gesundheitspolitischen Diskussion. Auf der einen Seite wird von Fachkräftemangel, steigenden Fallzahlen und dadurch bedingte Überlastung des Personals berichtet. Auf der anderen Seite hat der Bundestag soeben beschlossen, die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit zusätzlichen Finanzmitteln gezielt zu fördern.


Methode

Repräsentative Blitzumfrage bei Fachkrankenhäusern und Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin. Bundesweit haben sich 86 Einrichtungen beteiligt.


Ergebnisse

Die Kinderkliniken und -abteilungen in Deutschland erwarten mehrheitlich eine wirtschaftliche Entlastung durch das angekündigte Förderprogramm der Bundesregierung. Krankenhäuser, die Kinder und Jugendliche behandeln, sollen 2023 und 2024 zusätzliche Mittel in Höhe von jeweils 300 Millionen Euro erhalten. Allerdings gehen fast zwei Drittel der Kinderkliniken und -abteilungen davon aus, dass ihr Haus dadurch gar nicht (5 %) oder allenfalls geringfügig (58 %) entlastet wird.

Wegen der aktuellen Infektionswelle mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) können die Kinderkliniken und -abteilungen die Pflegepersonaluntergrenzen für die Pädiatrie mehrheitlich nicht mehr einhalten (59 %). Personalverlagerungen von Erwachsenenstationen sind für die Kliniken aber keine Lösung. 85 % der Befragten halten sie aktuell medizinisch und organisatorisch nicht sinnvoll. Auch die Kinder-Notfallaufnahmen sind, ähnlich wie die Kinderarztpraxen, wegen zahlreicher RSV-Infektionen aktuell stark überlastet.


Fazit

Zu Verbesserung der Versorgung wünschen sich die Kinderkliniken und -abteilungen kurzfristig eine leistungsunabhängige Förderung über die aktuelle Zusatzförderung hinaus, die Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen und mehr ambulante Leistungsangebote. Langfristig wünschen sie sich vor allem leistungsunabhängige Vergütungselemente, um Vorhaltekosten abzusichern, und eine signifikante Verbesserung der Vergütung.


Weitere Informationen finden Sie hier in unserem PDF.

Gefördert durch:
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)

Autor

Dr. Karl Blum
Vorstand, Deutsches Krankenhausinstitut e.V. Leiter Geschäftsbereich Forschung